Ins Naturreservat Los Guatuzos wären wir wahrscheinlich nie gefahren, wäre da nicht Bastis Mitarbeit bei „Ingenieure ohne Grenzen Erlangen-Nürnburg“. Denn die „Ingenieure ohne Grenzen“ betreuen zur Zeit in diesem abgelegenen, von Nicaragua aus nur mit dem Boot zu erreichenden Reservat ein Projekt, bei dem vor allem die Stromversorgung von Schulen in dem Gebiet gesichert werden soll. Basti sollte sich einige Sachen dort nochmals anschauen bzw. reparieren und ich habe ihn begleitet und mich um die Vervielfältigung von Lehr-CDs gekümmert.

Anreise und Erkundung von Papaturro im Naturreservat Los Guatuzos (Freitag, 08. Februar 2013)

Mittelamerika,Papaturro,Urlaub

Die Fahrkarte für die Bootsfahrt 😀

Voller Spannung, was uns erwartet, nahmen wir morgens früh um 9 Uhr das Boot nach Papaturro. Die „Tickets“ (siehe Foto!) hatten wir schon am Tag zuvor gekauft, was vermutlich eine ganz gute Idee war, da das Boot bis zum letzen Platz gefüllt war. Es legt mehrmals wöchentlich am malecón (Promenade) von San Carlos ab. Um einen „vernünftigen“ Sitzplatz auf einer der schmalen Holzbänke zu bekommen, bietet es sich an, etwas früher da zu sein. Wir haben beim Warten auf das Boot dann Jacqueline und Daniel, mit denen wir schon in Matagalpa Zeit verbracht haben, wiedergetroffen und uns gefreut, dass sie auch nach Los Guatuzos wollen. Das Boot war vermutlich das Schlechteste, mit dem wir je gefahren sind. Unterwegs haben wir fast eine Stunde an einer kleinen Insel angelegt, wo Essen und Getränke verkauft wurde. Eine Einkommensmöglichkeit für die Inselbewohner, aber wir empfanden es nur als anstrengend, da die Fahrt eh schon so lange gedauert hat. Besonders eindrucksvoll und abenteuerlich war das letzte Stück, als wir vom Lago de Nicaragua in den Río Papaturro abgebogen sind. Dort haben wir auf den Bäumen unzählige riesige Echsen und viele Affen sitzen sehen. Nach über 4 Stunden Fahrt (10 km/h!!!) kamen wir heil an und sind gleich am Steg von der ökologischen Station ausgestiegen. Auch Zelten ist dort möglich, was wir dann auch gemacht haben. Für das leibliche Wohl gibt es in Papaturro, dem größten Ort des Reservats, drei comedores (Restaurant mit landestypischen Speisen), bei denen man für ca. 5 U$ pro Person ein Essen (i.d.R. mit Getränk und Obst zum Nachtisch) bestellen kann. Am besten bestellt man schon eine Stunde vorher oder noch früher. Außerdem gibt es zwei pulperías mit Grundnahrungsmitteln und Knabberzeug. Wir hatten unseren Kocher dabei, evtl. kann man jedoch auch den Gasherd der ökologischen Station benutzen, wenn man das Personal dort frägt.

Am Nachmittag haben wir dann gleich zu arbeiten begonnen (kaputte Laptops sichten und CDs kopieren) und Aillen und Armando, die Ansprechpartner für „Ingenieure ohne Grenzen“ haben uns alles gezeigt. Am Abend haben wir gemeinsam mit Jaqueline, Daniel und einem jungen Franzosen im Pavillon des ökologischen Zentrums ein kleines, leckeres Buffet gekocht. Jedoch nicht ohne uns vorher „Schutzkleidung“ anzuziehen und uns von oben bis unten mit Anti-Mücken-Spray einzusprühen. Die Horden von Mücken, die uns prophezeit worden waren, gab es in Los Guatuzos nämlich wirklich.

„Dschungeltour“ und Arbeitstag (Samstag, 09. Februar 2013)

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In einer Schule versuchen wir ein paar Computer wieder zu reparieren.

Zu fünft hatten wir eine kleine Tour beim ökologischen Zentrum gebucht, die bereits um halb 7 losging. Die Tour hat pro Person 11 Dollar gekostet (unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer), war ihr Geld aber nicht wert, v.a. wenn man sie mit den darauffolgenden Touren mit Armando vergleicht. Es wurde uns gezeigt, was alles zur Station gehört. Unter anderem sind das eine Schildkröten-/ Kaimanzüchtung und –forschungsstation, wobei die Umstände unter denen die Tiere leben nicht besonders toll ausgeschaut haben und wir es etwas fragwürdig fanden, dass 80% der Schildkröten nach Costa Rica als Haustiere verkauft werden, um die Station mitzufinanzieren. Toll war die Hängebrücke im Dschungel, wobei wir in der Früh nicht viele Tiere gesehen und auch nicht gezeigt bekommen haben. Als wir am Nachmittag auf die Hängebrücke zurückgekehrt sind, hatten wir da schon mehr Glück und haben Weißkopfaffen zu Gesicht bekommen, die vor uns auf der Brücke herumgeturnt sind. Toll! Den ganzen Tag über haben wir fleißig im Jugendzentrum von Papaturro gearbeitet. Für Basti war die Ernüchterung groß, weil ein Großteil der Computer irreparabel war. Im Laufe des Tages haben wir uns dann entschieden, dass wir das Zelten gut sein lassen, weil Aillen und Armando auch wunderschöne, mückensichere Cabanas am Fluss zu einem guten Preis vermieten.

Ein Tag besser als im Zoo – Erkundung des Naturparadieses zu Fuß und mit demBoot (Sonntag, 10. Februar 2013)

Den Tag haben wir mit einem kleinen Spaziergang begonnen und u.a. einen wunderschönen Schmetterling und viele Klammeraffen gesehen. Als wir nach einem arbeitsintensiven Vormittag gerade zum Mittagessen wollten, kam ein kleiner Junge bei Aillen und Armando vorbei und hat erzählt, dass in seinem Garten ein oso hormiguero (Ameisenbär) sitzt, den man wohl selbst hier selten zu sehen bekommt. Als wir Armando erzählt haben, dass wir auch schon beim Frühstück auf der anderen Flussseite einen gesehen haben, konnte er das gar nicht glauben, aber ein Foto hat alle Zweifel ausgeräumt. Auf dem

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Ein ganz besonders schönes Exemplar.

Rückweg vom Garten mit Ameisenbär hing das nächste Highlight quasi im Baum am Straßenrand: ein Faultier. Ohne Armando hätten wir es aber mit seinem grünlich schimmernden Pelz nie entdeckt. Was für ein Glück! Eigentlich wollten wir an dem Tag richtig was schaffen, aber nach dem Essen hat Armando noch eine Bootstour vorgeschlagen. Wir dachten eigentlich, dass wir nach 15 Minuten wieder da sind, letztendlich waren wir über 2 Stunden unterwegs und haben zahlreiche Tiere gesehen, wie Kaimane, unzählige Vögel, wie z.B. Eisvögel, Schildkröten, Leguane usw. Armando entdeckt wirklich jedes noch so gut getarnte Tier und kennt auch jedes beim Namen.

 

Radtour zum Schulanfang in Pueblo Nuevo und Nachttour mit Armando (Montag, 11. Februar 2013)

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Es gibt eine Kleinigkeit an der Ladestation zu reparieren.

Am Morgen war zum Schulanfang ein Besuch in der Grundschule von Pueblo Nuevo geplant, wo die Ingenieure ohne Grenzen eine Solaranlage installiert haben, um einen Kassettenrecorder und Energiesparlampen zu betreiben. Um 9 Uhr sind wir mit Armando die 5 Kilometer zur Schule geradelt. Dort waren alle fleißig beim Saubermachen und haben uns neugierig angeschaut. Die Anlage lief und das erste Handy wurde zum Laden mit Solarenergie vorbeigebracht. Zum ersten Schultag gibt es für die Kinder eine piñata, ein lustiges Spiel zum Schulbeginn (siehe auch Artikel „El primer diá en clase“). Zurück in Papaturro haben wir uns wieder an die Arbeit gemacht. Wir hatten noch ziemlich viel zu tun, unter anderem musste Basti noch den Kühlschrank des Gesundheitszentrums überprüfen. Kurz nach 6 waren wir endlich fertig, nach einer schönen Dusche ging es los zur Nachttour mit Armando, von der Reiseführerautoren und Bekannte schon geschwärmt hatten. Es war auch wirklich spannend und hat von Tieren nur so gewimmelt, überall im Fluss haben uns die Augen der Kaimane angeblitzt. Besonders lustig waren die schlafenden Vögel auf den Ästen, an die wir so nah herangefahren sind, dass wir sie anfassen hätten können.

Rückkehr nach San Carlos und Abschied nehmen (Dienstag, 12. Februar 2013)

UUm 8 Uhr stiegen wir ins Boot zurück nach San Carlos (ebenfalls mehrmals wöchentlich). Ein bisschen schade war es schon, da wir uns durch die Gastfreundschaft von Aillen und Armando wirklich wie zu Hause gefühlt haben. Es waren wenige Passagiere an Bord und wir haben unterwegs auch keine Pause gemacht, sondern wurden von einem kleinen „Kioskboot“ beliefert, was wir ziemlich lustig fanden.

Kaum hatten wir Mittag gegessen, erfuhren wir, dass das nächste Boot nach Los Chiles in Costa Rica, wo Basti hinwollte, schon in einer halben Stunde fährt. Dann ging es Schlag auf Schlag und wir mussten uns nach knapp sechs Wochen gemeinsamen Reisens in wenigen Minuten verabschiedenL.

Übernachtungen in Los Guatuzos

Cabanas Caiman: Die Cabanas Caiman gehören dem sehr freundlichen Ehepaar Aillen und Armando. Es gibt zwei saubere Zimmer mit weichen Betten (unseres hatte eine Doppel- und ein Einzelbett) in einer kleinen, hübschen Holzhütte am Fluss mit kleiner Terrasse. Die Zimmer mit privatem Badezimmer haben 24 Stunden elektrischen Strom und fließendes Wasser und alle Öffnung sind bestmöglich mit Moskitonetz verkleidet, außerdem gibt es ein Moskitonetz. Armando bietet großartige Touren zu Fuß und mit dem Boot an. Preis ca. 14 U$ pro Zimmer mit Frühstück. Wenn man an der Bootanlegestelle ankommt muss man nur wenige Meter nach links laufen, dann gelangt man zum „Comedor Caiman“, wo man Aillen oder Armando antrifft, die einen zu den Cabanas führen.

Centro Ecológico Los Guatzuos (http://www.losguatuzos.com): Das ökologische Zentrum hat saubere, schöne Schlafsäle sowie ein Doppelzimmer mit ebenso sauberen Gemeinschaftsbädern. Fließendes Wasser und Strom sind vorhanden. Übernachtungspreis: 11 U$ pro Person/Nacht (auch im Doppelzimmer, dass es sich empfiehlt vorher zu reservieren). Vom Zentrum werden verschiedene Touren angeboten (zu Fuß, mit dem Kajak…), wobei wir von unserer Tour nicht überzeugt waren.